Chamaeleons – Haltung

Chamaeleo calyptratus

Es ist schon eine besondere Herausforderung, sich der Pflege dieser faszinierenden Tiere zu stellen.

Grundlage der Pflege sind – wie auch bei anderen Reptilien – die vorherrschenden Bedingungen im natürlichen Habitat, welche recht leicht auf diversen Wetter- und Klimakarten recherchiert werden können. Die Daten, kombiniert mit der Vegetationszone, sollten dann Aufschluß auf die zu erzielenden Terrarienbedingungen geben.
Ein Beispiel – Temperatur 30°C in Kombination mit dichter Vegetationszone Regenwald ergeben 24-26°C mit geringeren Tag/Nachtschwankungen und einer LF von ca. 60-90%.

Nach einiger Zeit der Pflege wird man zu der Erkenntnis gelangen, daß Chamäleons eine recht ausgeprägte Körpersprache besitzen. Ein abgeflachter, zur Wärmeinsel gerichteter dunkel gezeichneter Körper signalisiert Wärmebedarf. Eine helle Zeichnung, ständiges Abducken in kühlere Bereiche, eventuell in Verbindung mit erhöhter Trinkbereitschaft signalisiert hingegen zu warme Temperaturen. Wir können daher anhand der Körpersprache recht gut erkennen, ob die Temperaturbedingungen dem Tier entsprechen.

home_bild

verschiedene Chamaeleonarten

Zum Terrarium:
Die Größe des Terrariums ist abhängig von der Chamäleonart. Grundsätzlich sollte das Terrarium, außer bei bodenbewohnenden Arten, eher hoch als breit und entsprechend dem natürlichen Lebensraum eingerichtet sein. Zugluft, Stickluft sowie Staunässe sind zu vermeiden.
Eine funktionierende Belüftung nach dem “Kaminzugprinzip” ist entsprechend der zu erzielenden Luftfeuchtigkeitswerte anzupassen. Ganz besonderes Augenmerk sollte auf den Sichtschutz in Form von großblättrigen Pflanzen gerichtet werden. Kletteräste sollten im Durchmesser variieren, um den Greifmuskel nicht einseitig zu trainieren. Wir benutzen dafür stabil im Terrarium befestigte Urwaldlianen. Als geeigneter Bodengrund sollten Materialen zum Einsatz kommen, an denen sich die Futtertiere nicht festhalten können und somit ein ständiges Mit-Aufnehmen beim Schießen gegeben ist.

Auch die Beleuchtung ist von großer Bedeutung und richtet sich wieder nach den vorherrschenden Bedingungen im natürlichen Habitat.
z.B. benötigt Chamaeleo montium (Lebensraum: Unterholz, Bodenähe) bei weitem nicht so viel Beleuchtung, wie zB. das Chamaeleo calyptratus (Lebensraum: offene Sträucher, sonnenliebend). Von der Vegetationszone kann man auch die Intensität der UV-Beleuchtung ableiten.
Wie Ihr sicher bemerkt habt, beginnt die Chamäleonpflege schon weit vor dem eigentlichen Kauf mit einem Studium über das Herkunftsgebiet. Wenn man das natürliche Habitat versteht, klären sich viele Fragen über Haltungsparameter von ganz allein und auch in Bezug auf eine erfolgreiche und gesunde Nachzucht seid Ihr damit gegenüber anderen, die immer noch glauben, sich stur an “Bedienungsanleitungen” halten zu müssen, um Längen voraus.